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| BECKENBODEN - TRAINING BEI INKONTINENZ |
Was kann ich tun ?
Durch eine geeignete Therapie können Senkungsbeschwerden und
die Harninkontinenz deutlich gelindert werden.
Es kommen verschiedene therapeutische Massnahmen in Betracht: urogenitale
Rehabilitation (Beckenbodenübungen, Elektrostimulation, Myofeedback, Alltagsverhalten)
bei einer speziell ausgebildeten Physiotherapeutin und ärztliche Behandlung
(Medikamente, Operation, vaginale Hilfsmittel).
Die urogenitale Rehabilitation ist eine individuelle und ganzheitliche
Behandlung, welche auf die persönliche Situation der Frau eingeht.
Wie trainiere ich meinen Beckenboden?
Rückenlage, Beine angewinkelt, Knie und Füsse leicht gespreizt,
die Füsse flach auf den Boden gestellt. Atmen Sie ruhig in den Bauch,
durch die Nase ein und durch den Mund mit leicht geschlossenen Lippen
aus. Bei der Ausatmung spannen Sie die Beckenbodenmuskeln kräftig an,
indem Sie Harnröhrenöffnung, Scheide und After nach innen (schambeinwärts)
hochziehen, als wollten Sie Urin und Stuhl zurückhalten. Vermeiden Sie
dabei eine Anspannung von Bauch-, Gesäss- und Beinmuskulatur. Bei der
Einatmung lassen Sie die Spannung los, als wollten Sie Wasser lösen. Die
Spannung ca. 5 Sek. halten, dann 10 Sek. entspannen, 5-10 Mal wiederholen,
je nach persönlicher Befindlichkeit, mindestens 3-4 Mal täglich.
Sie können die Hände auf den Bauch oder unter das Gesäss legen, um nachzufühlen,
dass die Bauch- resp. Gesässmuskeln entspannt bleiben.
Die Beckenbodenspannung selbst können Sie mit zwei Fingern am Damm oder
in der Scheide überprüfen oder mit einem Spiegel kontrollieren. Wichtig
ist, dass Sie nicht pressen !
Die Beckenbodenmuskulatur kann, wie jede andere Muskulatur, durch Übung
trainiert werden. Ein spürbarer Erfolg kann sich aber nur dann einstellen,
wenn Sie täglich über mehrere Monate üben.
Unter Umständen ist die fachliche Anleitung (urogenitale Rehabilitation)
bei einer Physiotherapeutin zu empfehlen, damit Sie das Beckenbodentraining
korrekt und erfolgreich ausführen können.

Wie verhalte ich mich beckenbodenbewusst ?
- Heben Sie Lasten mit geradem Rücken, gebeugten
Beinen und spannen Sie dabei den Beckenboden an, währenddem Sie tönend
ausatmen. Meiden Sie schwere Lasten.
- Tragen Sie Lasten in beiden Händen und mit geradem
Rücken, halten Sie dabei den Beckenboden angespannt.
- Stehen und sitzen Sie mit aufrechter Rückenhaltung.
- Vermeiden Sie unnötiges Pressen auf der Toilette
beim Wasserlassen und Stuhlen. Atmen sie tönend aus beim Pressen. Sitzen
Sie mit geradem Rücken, die Füsse flach auf dem Boden. Nehmen Sie sich
Zeit!
- Achten Sie auf weichen Stuhlgang, indem Sie
sich richtig ernähren und genügend trinken.
- Trainieren Sie beim Sport auch Ihren Beckenboden.
Springen auf hartem Boden (Joggen, Volleyball, Tennis, Aerobic) belastet
den Beckenboden massiv. Verlieren Sie Urin beim Sport, sollten Sie zuerst
den Beckenboden kräftigen, bevor Sie wieder Ihren Sport aufnehmen.
- Belastende Bauchmuskelübungen nur mit kräftigem
Beckenboden (der angespannt wird) und zur Ausatmung ausführen.
- Husten und niesen Sie «zum Himmel» mit geradem
Rücken und angespanntem Beckenboden.
- Steigen Sie über die Seitenlage und dem Sitz
aus dem Bett, legen Sie sich über Sitz und Seitenlage hin.
- Tragen Sie Schuhe mit weichen Sohlen.
Wenn Sie noch weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihre
Ärztin / Ihren Arzt oder auch wir von der Physiotherapie des Kantonsspitals
Liestal geben Ihnen gerne Auskunft -
Ruth Bitterli und Eva Hanafi
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